yippieyippieyarn

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Interview mit yippieyippieyarn

Hinter yippieyippieyarn verbirgt sich eigentlich die 38-jährige Christina – sie lebt zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern im Alter von 6 und 9 Jahren im Herzen Ostfrieslands. Christina häkelt seit November 2013 und hat sich das Häkeln autodidaktisch, also selbst, beigebracht. Sie hat ein Häkelwerk gesehen und wollte es unbedingt nachmachen – zum Glück hat das geklappt sonst gäbe es ihren wundervollen Blog und Instagram-Feed nicht!

Liebstes Schachenmayr Garn: Auf jeden Fall Catania

Deinen Blog gibt es nun schon seit mehr als einem Jahr. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum – als Du angefangen hast, hattest Du Dir gewünscht, dass Dein Blog so wird wie er geworden ist oder hattest Du andere Pläne?

Ich hatte überhaupt gar keine Vorstellungen, um ehrlich zu sein; es sollte in Richtung Häkeln gehen, das war sicher. Ich hab aber gar nicht damit gerechnet, dass der Blog von anderen Menschen gelesen wird, das ist aber der Fall und freut mich total *lacht*. Es freut mich, wenn ich auf Instagram nachgehäkelte Werke nach meiner Anleitung sehe – auch abgewandelte Versionen finde ich da sehr spannend. Die nachgemachten Werke teile ich dann in meinen Story-Highlights und es sind mittlerweile so viele, dass ich ein  weiteres Story-Highlight brauche. Ich hatte überlegt, vielleicht ist das eine Art kreatives Tagebuch, das ich so niederschreibe – mittlerweile hat es eine Außenwirkung und dass das mal so sein wird, damit habe ich nicht gerechnet und es entwickelt sich in eine sehr, sehr schöne Richtung, das freut mich total!

Was sind Deine persönlichen Handarbeitsziele?

Wow, gute Frage. Ich möchte auf jeden Fall tunesisches Häkeln ausprobieren. Meine Schwester hat mir die Grundlagen gezeigt, bis dato hatte ich noch nicht die Zeit und Muße, mich damit zu beschäftigen, aber da habe ich richtig Lust drauf. Und ich würde wahnsinnig gerne noch Strickerfahrungen sammeln.

Was reizt Dich besonders am Häkeln und was kannst Du überhaupt nicht leiden?

Häkeln ist wie so eine Art Therapie für mich, es beruhigt mich unglaublich, es hilft mir Gedanken und Stresssituationen aus dem Alltag zu verarbeiten und Ruhe in den Alltag und mich zu bringen. Ich häkel meistens abends und da habe ich die Möglichkeit den Tag Revue passieren zu lassen – das erdet und beruhigt mich sehr.
Ich häkle meist Amigurumis und die bestehen meist  aus Dutzenden von Kleinteilen und die anzunähen ist manchmal ganz schön nervig.

Du bist sehr kreativ – Du bastelst viel, kannst mit einer Punchneedle umgehen und häkelst. Was möchtest Du noch lernen und wie schaffst Du es, all diese Hobbies nebeneinander auszuüben sodass noch genug Zeit für Dich und Deine Familie bleibt?

Ich möchte stricken lernen, unbedingt! Ich liebe das Häkeln, das wird immer mein Thema Nr.1 sein. Meine Punchneedle-Fertigkeiten möchte ich ausbauen. Ich habe ursprünglich angefangen mit Sticken, das war jahrelang irgendwie nicht aktuell bei mir, jetzt kommt die Lust aber wieder. Moderne Stickdesigns kommen wieder, mit frechen Sprüchen und das macht mir Lust auf mehr. Was die Zeit betrifft: das ist sehr, sehr gutes Zeitmanagement, wenn ich handarbeite mache ich das meist abends und tagsüber arbeite ich und nehme mir Zeit für meine Familie. Abends widme ich mich dem Häkeln und dem Blog. Das versuche ich ein stückweit voneinander getrennt zu halten, damit das funktioniert.

Mein Mann hilft mir sehr – ganz großes „chapeaux“ an ihn, er unterstützt mich im Alltag sehr. Er erledigt die Einkäufe, macht viel im Garten und er ist der Part, der kocht und das auch sehr gut kann *lacht*. Das erleichtert mir das Leben schon sehr, abends sitzen wir zusammen und reden über alles Mögliche während ich häkle. Ich bin sehr froh, dass er mich da so viel unterstützt, denn sonst wäre das alles nicht möglich mit dem Hobby.

Brauchst Du manchmal eine Auszeit von all den handwerklichen Hobbies? Wenn ja, was machst Du dann?

Ehrlich gesagt: Nein *lacht*. Ich kann 365 Tage im Jahr etwas in der Hand haben und kreativ sein und das ist auch gut so. Ob ich nun punchneedle, bastle oder häkel. Ohne kann ich es mir nicht vorstellen, ich brauche das. Das ist mein Ausgleich für alles.

Auf welches Deiner Projekte bist Du besonders stolz?

Ich hab vor gut zwei Jahren eine Häkeljacke für meinen Sohn gemacht, in Fuchsoptik. Die Anleitung war fehlerhaft, vorne und hinten passte nichts zusammen, trotz Maschenprobe. Ich hätte das Ding am liebsten in die Ecke gepfeffert, obwohl ich eigentlich eine geduldige Handarbeiterin bin. Ich hab dann was Eigenes draus gemacht, ich wusste ja wie es geht. Und dann ist tatsächlich eine Fuchsjacke entstanden und mein Sohn hat sich gefreut – ich hab was eigenes erschaffen, was so gar nicht Amigurumi ist. Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe und am Ball geblieben bin.

Was machst du lieber: Selbst designen oder nach Anleitungen arbeiten?

Also ich arbeite sehr gerne auch nach Anleitungen, mittlerweile designe ich aber auch viel selbst – arbeite also vermehrt ohne Anleitung, ich versuche mir Dinge selbst zu erarbeiten und die Designs konsequent mitzuschreiben. Ich mache beides gerne.

Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Designen anfangen wollen und vor allem: wie kam es bei Dir selbst dazu?

Also es gab keinen Moment bei dem ich dachte „oh das gibt’s ja noch gar nicht“ – im Amigurumi-Bereich gibt es so viele tolle, unterschiedliche und kreative Interpretationen von verschiedenen Themen und das Rad kann man nicht neu erfinden. Ich wollte damals, als eine Freundin ein Kind gekriegt hat, dieser eine Rassel mit Vogel-Design schenken und ich habe nichts gefunden, was mir zu 100 % gefallen hat. Dann habe ich angefangen, was Eigenes zu häkeln und dachte mir „oh guck mal, das kannst du, dann schreib doch mal mit“ – die Anleitung für die Vogelrassel ist auch noch nicht veröffentlich, das sollte ich mal tun. Mir hilft es sehr, wenn ich mir die Dinge aufzeichne, die ich mir vorstelle. Daran wird x-mal radiert und neu gezeichnet und umgeworfen und es wird nochmal gezeichnet und irgendwann gefällt es mir einfach und dann versuche ich akribisch alles nachzuarbeiten was auf dem Papier gelandet ist – nur eben in 3D und mit Häkelnadel und Wolle. Mein Tipp: das was man in kreativer Fantasie hat, erstmal visualisieren und wenn einem die Zeichnung gefällt, dann versuchen das mit Nadel und Faden nachzuarbeiten.

Zu guter Letzt: wo kommt Dein Name her?

Yippiyippieyarn ist eine Abwandlung eines Songs von meiner Lieblingsband Deichkind: Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) und ich liebe den Song! Außerdem hab ich ja quasi auch Party mit meiner Nadel und der Wolle *lacht*.

 

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