Mein Sockenmoment - N°5

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„26 Paar Socken in 2017“ – so heißt das diesjährige Strickmotto und auch die gleichnamige Facebook-Gruppe von Torsten vom Blog Realmenknitpink.com. Wir finden diese Aktion sehr spannend und freuen uns, im Interview mit Torsten mehr darüber zu erfahren.
 
TORSTEN
Gründer der Challenge und Facebook-Gruppe 26 Paar Socken in 2017
#realmenknitpink #26Paarin2017
 
Hallo Torsten, würdest Du Dich kurz unseren Lesern vorstellen?
Ich bin 44 Jahre alt und seit 25 Jahren mit meiner Frau Saskia verheiratet. Wir haben zwei Töchter (7 und 9 Jahre alt) und leben in meiner Heimatstadt Wuppertal. Im Hauptberuf arbeite ich für einen großen europäischen Telekommunikationsanbieter. 
 
Von Deinem Blog weiß ich, dass Du das Stricken im Alter von 10 Jahren von Deiner Oma gelernt hast. Was hast Du damals so alles gestrickt?
Naja, ich glaube wie alle anfangen mit geraden, rechteckigen oder quadratischen Teilen wie Topflappen oder Schals. Meine Eltern waren beide berufstätig und meine Oma lebte in der Woche bei uns und am Wochenende in ihrer eigenen Wohnung. Bei meinem Bruder im Zimmer hat sie geschlafen und bei mir im Zimmer stand ihre Nähmaschine. Sie war gelernte Schneiderin und machte in Heimarbeit Änderungen für verschiedene Bekleidungsgeschäfte in Wuppertal. Damals gab es diesen Service ja noch in den Läden. Wenn meine Oma dann am Nachmittag an der Nähmaschine saß, musste sie mich beschäftigen und hat damit angefangen fertige, ältere Stücke aufzuribbeln und mir zu zeigen, wie man diese wieder neu strickt. So bin ich zum Stricken gekommen. Aber ich schweife ab. Meine ersten Stücke waren Schals, Topflappen und Kissenhüllen, aber diese waren vom Maschenbild und von der ganzen Ausführung eher für Leute gedacht, die mich sehr, sehr lieb hatten. Meine Mutter ist immer mit meinen Schals ins Büro gefahren. Ich war damals total stolz, dass sie meine „Werke“ trug und heute bin ich ihr dafür rückwirkend immer noch sehr dankbar und handhabe das bei meinen eigenen Töchtern genauso. Wenn die Werke auch noch so bunt sind, wenn ich sie geschenkt bekomme, trage ich sie voller Stolz!
 
Ein Paar REGIA Pairfect von Torsten
In Deinem Steckbrief gibst du an, erst vor 6 Jahren Sockenstricken gelernt zu haben. Wieso so viele Jahre später? Wie kam es plötzlich dazu und wie hast du es gelernt? Was liebst Du besonders an selbstgestrickten Socken? 
Ich habe mich als junger Mann einmal an einem Nadelspiel versucht und bin kläglich gescheitert. Danach flog das erstmal alles in die Ecke. Vor ein paar Jahren hatte ich in Wuppertal eine Strickgruppe gefunden, welche sich 14tägig trifft und dort hatte ich eine sehr geduldige Mentorin die mir ein paar Tipps und Kniffe gezeigt hat wie man z.B. die typischen Gässchen vermeidet und die von allen Anfängern verhasste Ferse am leichtesten strickt. Dann war das erste Paar (nach der Anleitung von Regina Satta, Modell „Sylt“) fertig und es hat gar nicht wehgetan. smiley
Ich mag wie bei allen selbstgestrickten Werken besonders die Individualität. Außerdem finde ich es super, dass ich mir Socken stricken kann, die 100%ig an meinen Fuß passen. Ich habe Schuhgröße 47. Bei fertig gekauften Socken ist es bei der Größe 43-46 sehr eng oder bei 46-48 zu weit. Wenn ich diese selber stricke, dann passen sie genau auf meine Fußlänge.
 
Torstens Socken: REGIA Pairfect im tollen Struktur-Muster
26 Paar Socken in einem Jahr – neben Job, Familie und möglicherweise anderen Projekten auf der Nadel ist das ganz schön ambitioniert, oder? Ist es die erste „Strick-Challenge“, die Du Dir gestellt hast? Und wie kam es überhaupt zu der Idee? Warum Socken, und warum ausgerechnet 26 Paar?
Das ist meine erste Strick-Challenge. Daran gekommen bin ich über die Tatortsocken von Lutz. Wo es ja darum ging zum 1.000 Tatort innerhalb von 4 Wochen ein Paar Socken fertig zu haben. Ich hatte in dieser Zeit zwei Paar fertig, also pro Woche einen Socken. Das Jahr hat 52 Wochen, pro Woche eine Socke macht also 26 Paar. Da Socken immer gebraucht werden, weil es sich ja um „Verschleißteile“ handelt, bieten die sich in dieser Menge an. Was sollte ich mit 26 Tüchern. cheeky Außerdem habe ich sowie immer Socken auf der Nadel, weil sich diese bei Dienstreisen auch gut im Flugzeug stricken lassen oder wenn ich bei irgendwelchen Sportaktivitäten meiner Kinder sitze und warte. Ein Nadelspiel, aufbewahrt in einer KnitPro-Tube ist klein, handlich und immer mit dabei. Und bei meiner Challenge zählen alle Sockenpaare. Meine Socken in 47 genauso wie die Babysöckchen für meinen neuen Neffen, welcher im Januar geboren wurde. Da in unserem Umfeld in diesem Jahr noch mehrere Babys erwartet werden, kann ich damit ganz gut aufholen, wenn ich so wie im Moment, ein wenig hinter meiner Timeline herjage. 
 
Torsten hat immer Socken auf der Nadel
Deine Facebook-Gruppe „26 Paar Socken in 2017“ hat mittlerweile knapp 200 Mitglieder. Im Prinzip leitest Du also einen großen ganzjährigen „Socken-Knit-Along“ – war die Aktion als Community-Projekt geplant? Und hattest Du einen derart großen Anklang für möglich gehalten?
Ich war von der Anzahl wirklich überwältigt und hätte nicht damit gerechnet, dass es so einen großen Anklang findet. Die Gruppe hatte ich eher zum Spaß gegründet, weil ich sehen wollte, ob sich noch mehr so „verrückte“ finden. Als wir dann Ende Januar die 200er Grenze überschritten haben, war ich total platt. Es gibt aber auch keine Verpflichtung für die Mitglieder der Gruppe, dass am Ende des Jahres  jeder 26 Paar abliefern muss. Wir haben Neulinge und auch alte „Sockenstrickhasen“ dabei und jeder darf in seinem Tempo stricken. Die Gruppe ist dabei eine tolle Motivation für alle. Schön ist es auch, die ganzen verschiedenen Socken zu sehen, welche im Laufe der Zeit entstehen. 
 
Durch die sozialen Medien werden Online-Strickgruppen wie diese möglich und das virtuell gemeinsame Stricken somit immer populärer. Was gefällt Dir daran besonders und welche Vorteile siehst Du darin gegenüber einer „physischen“ Strickgruppe?
Ich bin in mehreren „physischen“ Strickgruppen. Dabei ist man aber immer örtlich und zeitlich gebunden. Seit wir die Kinder haben, bin ich nicht mehr so flexibel und komme nur noch selten zu persönlichen Treffen. Es gibt ein paar Veranstaltungen in den Strickgruppen die ich auf jeden Fall Besuche und auch für das YarnCamp 2017 habe ich schon eine Karte. Auf diesen persönlichen Austausch und die netten Kontakte zu anderen Bloggern/Strickerinnen und Strickern möchte ich auf keinen Fall verzichten. Die virtuellen Gruppen haben den deutlichen Vorteil immer und überall verfügbar zu sein. Wenn ich auf Dienstreise bin und eine Frage zu einem komplizierten Muster habe, finde ich innerhalb kürzester Zeit immer jemanden der mir weiterhelfen kann und mir quasi von der Leitung hilft auf der ich dann meistens stehe.
 
Glaubst Du, dass die Mitglieder Deiner Gruppe auch ohne Deinen Anstoß derart viele Paare Socken gestrickt hätten und sich nun halt einfach zusammengetan haben? Oder diente die Entstehung der Gruppe vielen als treibende Kraft, um ein persönliches größeres Jahresziel zu verfolgen?
Für mich sollte es in erster Linie der Motivation dienen damit ich mein Ziel auch erreiche, gerade in so Zeiten wie dem heißen Sommer. Einige Mitglieder hätten das sicherlich auch ohne die Gruppe geschafft. Für viele ist es aber Motivation selber durchzuhalten. Ich bin mal auf die zweite Hälfte gespannt, wenn es dann mit der Zielerreichung immer enger wird. Bei mir selber ist es auch so, dass ich aktuell zurückhänge und mich dann immer wieder von der Gruppe „ziehen“ lasse.
 
REGIA Design Line ARNE & CARLOS - Socken von Andrea Lorenz
REGIA Pairfect von ARNE & CARLOS - Paar 7 von Natalia BrankaPairfecte Streifensocken von Andrea Lorenz
Manche Mitglieder hatten bereits bis Ende März 30 Paare gestrickt - überwiegt bei Euch der Ehrgeiz das Ziel zu erreichen, oder der Spaß am „gemeinsamen“ Stricken? 
Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem. Es gibt einige „Extremstricker“ in der Gruppe die stricken teilweise 150-180 Paar im Jahr und haben das Ziel von 26 Paar schon vor Wochen erreicht. Viele von diesen Socken sind dann für caritative Zwecke gedacht. Mir persönlich ist das ein Rätsel und in meinem persönlichen Tagesablauf ließe sich eine solche Menge an „Strickzeit“ neben Hauptberuf und Familie gar nicht unterbringen, aber ich bewundere die Leute die solche Mengen schaffen. Für mich ist es ganz klar der Ehrgeiz das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, für die meisten ist es aber der Spaß am gemeinsamen stricken und das Zeigen der fertigen Objekte. Für mich kommt ja noch dazu, dass ich über viele Jahre eine beachtliche Menge von Sockengarn angesammelt habe und diese nun endlich mit der Challenge abbauen will. Ich habe mir nämlich auch ein Wollkaufverbot für dieses Jahr auferlegt, da mein persönliches Wolllager inzwischen aus allen Nähten platzt.
 
Ein Jahr lang eine Socke pro Woche – das Pensum, um auf 26 Paar zu kommen. Wie teilst Du Dir die Strickzeit ein? Strickst Du tatsächlich eine Socke wöchentlich, oder mal mehr und mal weniger? Strickst Du täglich oder eher am Wochenende? Wie liegst Du persönlich in der Zeit, wie sieht es bei den anderen Mitgliedern aus? 
Wirklich eine Socke in der Woche schaffe ich nicht immer. Ich hatte zum Beispiel am Anfang des Jahres Urlaub und konnte vorabreiten. So habe ich dann Zeit gewonnen um noch andere Ufos zu beenden (z.B. das YarnCamp-Tuch von Tanja Steinbach). Dadurch dass ich in verschiedenen Größen stricke (35 für meine Mädels, 40 für meine Frau und 47 für mich) bin ich auch mal schneller und mal langsamer. Aber das kann ich dann durch Babysocken wieder aufholen, da schaffe ich in einer Woche mindestens ein Paar. Es ist in der Gruppe alles in allen Größen erlaubt, es muss nur eine Ferse haben.
 
Baby Socke aus My First REGIA von Andrea Lorenz
Erzählst Du uns, wie Dein perfekter Sockenmoment aussieht? Wo strickst Du am liebsten; läuft Musik, Hörspiel oder Fernsehen, oder unterhältst Du dich gern dabei?
Am liebsten stricke ich vor dem Fernseher, auch wenn es dann meistens zu einem Hörfilm verkommt. Unterhalten geht nur bei einfachen Mustern, das merke ich immer auf Stricktreffen, nehme ich da ein kompliziertes Muster mit, ribbel ich nach dem Treffen meistens mehr, als ich im Treffen gestrickt habe. Ich stricke aber auch, wenn ich auf die Kinder warte oder in der Bahn bzw. am Flughafen, aber am meisten wirklich vor dem Fernseher zu Hause.
 
Sockenstricken ist nicht nur ein Community-, sondern vor allem ein Familien-Thema. Man wird mit selbstgestrickten Socken versorgt, klassischerweise von der Oma oder der Mutter, oder erlernt das Stricken von einem Familienmitglied, so wie Du damals. Wie sieht es bei Dir aus? Bekommen Deine beiden Töchter einige der 26 Paar ab, und tragen Sie sie gerne? Wirst Du Ihnen das Stricken ebenfalls beibringen?
Meine Töchter tragen gerne die von mir gestrickten Socken, weil diese so weich sind und eben besonders. Die hat nicht jeder. Die Große mag es dabei eher dezent und die Kleine eher ausgefallen und bunt. Beide sind sehr sportlich und haben im Moment eher weniger Interesse am Stricken. Wenn die beiden irgendwann danach fragen, werde ich es ihnen aber selbstverständlich gerne beibringen.
 
Hast Du das Gefühl, dass die Begeisterung und aktive Teilnahme in der Gruppe jetzt im Sommer gleichermaßen vorhanden ist? Wie steht es um Deine eigene Motivation für die warme Jahreszeit? Trägst Du ganzjährig Wollsocken, produzierst Du vor oder strickst Du sommerliche Varianten?
Ich glaube schon. Die meisten Mitglieder sind sehr begeistert und aktiv und werden auch im Sommer stricken. Ich selber stricke dann auch gerne mal Lochmuster bzw. leichte Ajoursocken oder Sneakersöckchen.
 
Ein REGIA-Vorrat für neue ProjekteProjektplanung von Dieter Fieber: Sneaker-Socken aus REGIAAuf den Nadeln: Sneakersocke von Dieter Fieber
 
 
Aus unserem Gespräch weiß ich, dass Du unsere REGIA Cotton noch nie ausprobiert hast. Da sie im Sommer eine tolle Alternative zur klassischen REGIA ist, wollen wir Dir gerne einige Knäuel der Cotton Color im modischen Ethno-Print zur Verfügung stellen, die Du in Deiner Gruppe verlosen darfst - auf dass auch im Sommer viele tolle Socken entstehen und das Jahresziel erreicht wird!
Was müssen die Gruppenmitglieder tun, um an der Verlosung teilzunehmen?
Es wird zweimal etwas zu gewinnen geben. Wer ein Knäuel REGIA Cotton gewinnen will, muss den entsprechenden Post auf realmenknitpink.com bis zum 30. Juni 2017 kommentieren. Unter allen Teilnehmern verlose ich dann diese Sockengarne. Das Ziel ist, dass die GewinnerInnen* innerhalb von 4 Wochen, bis zum 31. Juli 2017, aus dem Knäuel ein fertiges Paar Cotton-Socken herstellen und ich ein Bild davon bekomme. Diese Bilder werde ich dann in meinem Blog vorstellen und die Leser können dann eine Woche lang, bis Montag 07. August 2017, für das schönste Paar abstimmen. Danach gibt es einen besonders attraktiven Preis für den Hauptgewinner bzw. die Hauptgewinnerin dieses kleinen "REGIA Cotton Designwettbewerbs".
*Wer bei der ersten Verlosung der REGIA Cotton leider kein Glück hatte, darf sich aber natürlich selbst ein Knäuel besorgen und innerhalb des vorgegebenen Zeitraumes dennoch ein Bild von REGIA Cotton Socken einsenden. Die Teilnahme ist also nicht an den ersten Gewinn gekoppelt. 
 
Und zu guter Letzt: Wie sieht das Paar Socken aus, das Du gerade auf den Nadeln hast, und für wen strickst Du es? 
Aktuell stricke ich ein Paar in Größe 47 mit REGIA 6-fädig in einem unigrau. Dabei handelt es sich um eine Auftragsarbeit für den Sohn einer Kollegin. 
 

Lieber Torsten, vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke! Wir wünschen weiterhin viel Spaß und tolle Sockenmomente!

 
 

 

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